Die Sorgen der Killer

Die Sorgen der Killer und die Faust-Kultur!

»Verstörung ist das Wort schlechthin bei dieser Sammlung von Miniaturen, die nicht einfach zu lesen sind – und doch faszinierend.«

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Ende

PROLOG

– Womit würdest du beginnen wollen?
– Mit dem Ende.
– Warum mit dem Ende?
– Weil dort alles begann.
– War es dein Ende? Oder war es das Ende von …
– Nicht mein Ende, sonst könnte ich jetzt nicht erzählen. Mein Ende kam später und zieht sich so lange, dass es noch währt.
– Es war also sein Ende?
– Wen meinst du?
– Den, der unter deinen Händen starb.
– Ja, mit seinem Ende beginnt es.
– Was beginnt?
– Mit seinem Ende begann mein Ende.
– Du bist am Ende?
– Nein, eher im Ende, es dauer ja noch an.
– Und wenn es endet?
– Dann ist es zu Ende.
– Das Ende könnte ein neuer Anfang sein.
– Ja, der Anfang vom Ende, weil alles irgendwann endet.
– Und das Ende?
– Das Ende endet nicht. Es ist der Anfang eines gedehnten gleichförmigen Nichts.
– Das Ende kann kein Nichts sein. Das Ende ist etwas.
– Und was?
– Das Ende von etwas.
– Wir drehen uns im Kreis.
– Tun wir das nicht immer?
– Ja, und wenn wir uns glücklich fühlen, dann nennen wir es Tanz.
– Wie nennen wir es heute?
– Kreis.
– Und was bleibt?
– Nichts.
– Geht nicht. Das Nichts kann nicht bleiben, denn dann ist etwas da.
– Kreis. Wir drehen uns im Kreis.
– Drücken wir es anders aus: Wir tanzen.
– Ja, damit könnte es beginnen, mit einem Tanz.

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Juli Zeh

„Die Vorstellung, einen Satz gleich ins Netz zu schreiben, also mit einem Knall an unendlich viele Menschen zu adressieren, finde ich zugleich erschreckend und befreiend.“ Juli Zeh

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09.06.12

Weil die Jungen kommen, meine Jungen, unsere Jungen, liebenswerte kleine Jungen, verrückt nach STAR WARS, ausgerüstet mit Lichtschwertern, die sie zu führen wissen, die die Treppen nach oben stürmen werden, mit einem PAPA auf den Lippen, das mein Herz blühen lassen wird, strömen, weil sie kommen, weil das mein Wochenende ist – und ich denke, wie das klingt, mein Wochenende, wie eine Aufteilung, wie eine Zuordnung, die es auch ist -, habe ich bereits geschrieben, habe ich das Pensum erfüllt, dem ich mich im Moment beuge, dem ich meinen Tribut zolle, weil es Regeln bedarf, will man sich nicht im Alltag verlieren.
Und dann denkt man über das hier nach, über das Blog, über all die verschwendeten Buchstaben, über eine gelebte Literatur, die für keinen da ist, die morgen schon vergessen sein wird, würde ich heute noch alles löschen.
Eine Arbeit am Nichts ist es, ein Werkeln an der Ewigkeit, am Ich, am Unfrieden, an den Ungerechtigkeiten, die den eigenen Körper und die Seele allmählich auffressen.
Lese man doch nur die Ausführungen derer, die sich zum Netz äußern.
Spring hierhin, spring dorthin, spring über die See des Netzes und du wirst zahllose kleine Inseln finden, die nicht gefüllt werden, um etwas zu wagen, um ein neues Reich zu gründen, sondern um dort Spiegelkabinette aufzustellen, Spiegel auf Spiegel, in denen sie sich betrachten und sagen: Bin ich nicht schön, endlich kann ich ein Schriftsteller sein, endlich kann ich Sänger und Darsteller sein, endlich muss die Welt mich betrachten.
Etwas wagen. Darum muss es gehen. Sonst macht es keinen Sinn.

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Fassbinder

Was Sie auf keinen Fall versäumen sollten?

DAS HIER!

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08.06.12 (2)

Geschrieben, nochmals geschrieben, Wörter purzeln, fallen lassen, spielen lassen, als wären sie auf einem Spielplatz. Saß auf einer Bank, stolzer Vater, und musste nichts tun, nur zusehen, musste Beifall klatschen, wenn sie sich durch Röhren schlängelten, wenn sie auf einen Metallturm kletterten. 11.24 Uhr! Tagespensum geschafft.

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08.06.12

Wollte eigentlich eine ganze Serie über die Autoren schreiben, die mich als Kind gefesselt haben, die mich im Bett hielten, bis es irgendwann an der Tür klingelte (wir waren erst vor einigen Wochen in ein neues Haus gezogen) und eines der Nachbarkinder sich nach mir erkundigte: „Kommt denn der Junge, der hier wohnt, auch mal raus?“ Mein Mutter muss ihn entsetzt angesehen haben, das Kinn fiel ihr nach unten, und sie stürmte zu mir nach oben, um die Decke von mir zu reißen. So geht das nicht weiter, sagte sie, sagte es unentwegt, aber es ging weiter, lesend, sich vor aller Welt abschottend, darüber lachend, denn was brauchte ich die Welt, wenn ich mich längst schon auf anderen Planeten aufhielt.
Ich werde die Porträts lassen, einfach aus praktischen Gründen, denn sie halten mich auf, sie halten mich ab, von dem, was WIRKLICH geschrieben werden muss. (Ein neuer Roman ist es, ein neuer Roman, der mir unter den Nägeln brennt, im Hals, im Kopf, er muss raus, sonst werde ich ganz krank davon.) Mit Disch endet es also hier, vorerst, denn wenn ich wieder Lust bekommen, wenn sie mich anfällt, dann …

Gestern bei Kerouac über das Entstehen seines ersten Romans gelesen, an dem er zwei Jahre arbeitete. Später fand er zu seiner eigentlichen Schreibweise, einer spontanen, die ihn fließen ließ, überfließen.
Ich arbeite ähnlich, ich darf mir keine Zeit geben, weil ich an keinen Meisterwerken arbeite, an keinen Klassikern, denn wenn das so wäre, Gott, dann wäre ich bereits tot.

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