Sonntag, 10. Juni: Überlegungen zu Japan und zur Realität

Ich bin noch nie in Japan gewesen, anderswo ja auch nicht. Aber ausgerechnet Bilder von Japan – auch wenn man das nicht so sagen kann, weil das keine Bilder von Japan waren, denn dann wäre Japan eine Person, die sie mir übergeben hätte -, mit denen konnte ich am Sonntagmorgen gar nichts anfangen.
Die Bilder, die ja nur Ausschnitte irgendwelcher Gegenden in Japan darstellen, überforderten mich. Ganz betäubt saß ich da, und dachte, da werde ich nie hinkommen, bestimmt nicht zu dieser Hütte hier; und dann ließ ich meinen Finger über das Bild von der Hütte fahren, um so wenigstens mal in Kontakt mit einem Bild von Japan gekommen zu sein.
Die japanische Hütte hat sich wie die Oberfläche eines Bildschirms angefühlt, weil es ja die Oberfläche meines Bildschirms war.
Wenn man die Realität mit seinen Fingern berührt, dann kann es sein, dass man sich einen Schieber holt, oder man rennt sich eine Beule in den Kopf, oder schlimmer noch, man bekommt Herpes.
Alles möglich. Die Realität ist nicht ohne, und man muss davor warnen, denn schließlich kommt einer zu Tode und dann heißt es, hätte ihn ja mal einer warnen können.
Also: REALITÄT kann tödlich sein.
Ich denke, jetzt ist es klar und deutlich ausgesprochen.

DAS IST KEIN FOTO VON JAPAN, SONDERN VON MEINEM ASCHENBECHER, DER UNBEDINGT AUSGELEERT WERDEN MÜSSTE

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