Ray Bradbury

Es war diese einzigartige Sprache, die einen benebelte, verzauberte, die einen hob und auf den Flügeln eines Raumschiffs oder Vampirs in den Weltraum des eigenen Kopfes entführte. So wie er, schrieb keiner.
Der starkbeglaste Ray Bradbury – der wie viele Science-Fiction-Autoren, ein vereinsamtes Einzelkind war, gehänselt, ausgestoßen, unverstanden, Grundvoraussetzungen des Spinners, und der in seinem Zimmer zahllose Magazine und Schundromane und Klassiker in die Umlaufbahnen seiner Träume schoss, sich selbst und die Welt beständig erfindend, neu ordnend, der seine Metamorphosen brennen und löschen ließ, der Menschen zu lebendigen Büchern werden ließ – ist tot.
Er starb heute im Alter von 91 Jahren. Das tut mir leid, weil mit diesem Dichter und Träumer ein weiterer meiner Jugendheroen aus der Welt gefallen ist, nicht aber seine wunderbaren auf leisen glutsommerheißen Sohlen daherkommenden Romane.

Ray Bradbury

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Anzeigen, Bücher, Kurzmeldungen, Vermischtes abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Ray Bradbury

  1. Alexander Pivecka schreibt:

    Die Kassette mit sech Diogenes-Taschenbüchern steht jetzt schon seit einem Monat neben meinem Bett. Der Illustrierte Mann war lange eines meiner Lieblingsbücher – die Geschichte mit den in den in der virtuellen Spielwelt ihrer Kinder verlorenen Eltern ist schon ein Hammer

  2. guidorohm schreibt:

    Die Mars-Chroniken waren seine Übersetzung von Winesburg, Ohio auf den roten Planeten. Ich kann mich an viele Stunden erinnern, die mich vor allem entrückten, wegen seines eigentümlichen Tonfalls, aber auch wegen der märchenhaften Gestaltung seiner Geschichten.

Kommentare sind geschlossen.