29. März 2012, Über den kleinen Tod, dann noch über Eckhard Heck und eine Veröffentlichung in Hard Sensations, 5.46 Uhr

Kaffee, Zigarette. Ich habe mehr als gut geschlafen, von prächtig würde ich eher reden wollen, tief und traumlos, versunken im Bett, als wäre ich gestorben, als hätte ich mich gestern Abend in einen Sarg gebettet, den man unter fehlendem Wehklagen und unter Ausschluss von Trauergästen in die Erde hinab ließ. Dieses tägliche Sterben tut dem Körper gut, denn im täglichen Nachttod kann er sich vergessen, kann er den Energieverbrauch auf ein Minimum beschränken. Tote brauchen nicht viel, nur einen Ort, an dem sie liegen können, und, wenn ich an meinen Vater denke, von dem wohl inzwischen – bis auf seine Knochen – kaum noch etwas übrig sein dürfte, benötigen sie selbst den irgendwann nicht mehr; spätestens wenn das Mietverhältnis ausgelaufen ist und man Platz für frische Leichen braucht, wird man ihn ausgraben und an andere Stelle, wohl ins Knochenhaus, verbringen; heute sind es keine kräftigen Hände mehr, die sich mit einer Schaufel vergehen müssen, sondern man baggert, fröhlich pfeifend, und warum auch nicht, Job ist Job, und irgendwer muss ihn ja machen.
In der Nacht, die ohne mich auskommen muss, ist allerhand los, da wird gemordet, geschrieben, auch mir, aber das merke ich dann erst am nächsten Morgen, so an diesem, der mir eine Nachricht von Eckhard Heck überbrachte, die mir mitteilte: houston, we are online. Ich konterte, die Augen verklebt und den kleinen Tod der Nacht noch im Gefieder, mit einem meiner bekannten (auch gefürchteten) Bonmots (die sich dereinst, ich bin mir gewiss, in einer Sammlung mit dem Titel Sprüche und Aphorismen auffinden lassen werden), indem ich schrieb: danke dir!
Sollte Sie nun die Neugier umtreiben, was es mit diesem Dialog zweier Freigeister, mit diesem in Poesie gegossenen Gespräch auf sich hat, dann kann ich Sie gerne einweihen, denn hier gibt es kein Geheimnis zu wahren, dem Sie durch Nachfrage auf die Spur kommen müssten. Eckhard Heck hat, freundlich und bärtig wie er ist (ich empfehle der geneigten Leserschaft seine kleine Reihe „Bart des Tages“), einen kleinen Text aus meiner Feder, denn eine Tastatur nutze ich nicht, wohl aber eine digitale Feder, die es mir ermöglich, direkt und unmittelbar auf dem Bildschirm zu schreiben, damit ich mich, zumindest in Teilen, wieder in die Zeiten von Goethe, Schiller, Allermister zurückversetzt fühle, über Allermister, diesen großen Weimarer Ungeist, der sich so gern an den Frauen der Dichterfreunde vergriff, sollte ich dereinst noch berichten, denn es wird Sie vor Lachen schütteln, wenn ich Ihnen von den Streichen und Affären dieses Unholds berichte, aber dies muss warten, denn wir waren, ich halte inne und orientiere mich im Textgeflecht, bei Herrn Heck, der einen Text von mir bei Hard Sensations veröffentlichte, nicht, ohne diesen auch mit Bildern zu bestücken.
Jetzt, da ich Sie ins Licht gesetzt habe, das Sie aufklärerisch umflort, werden Sie sich beruhigt ans Tageswerk machen können, das da ruft, und dessen Ansprache ich – an nicht eben wenigen Tagen – schlicht ungehört lasse. Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Donnerstag im März des Jahres 2012. Mögen Gott und Allermister mit Ihnen sein.

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