24. März 2012, Seifenblasentage, 17.16 Uhr

Kein Kaffee, aber eine Zigarette. Das war ein verträumter, ein verschlafener, verliebter Tag. Ich habe kaum etwas geschrieben, obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte. Die Seraphe und ich frühstückten spät, genossen uns und die Sonne, tappten mit blinzelnden Augen durch die Stadt, entlang der Geschäfte und der Menschen, die vor den Restaurants saßen und gähnten. Später dann ein wenig Mailverkehr, ein Schläfchen auf dem Sofa und gleich werden wir grillen und dabei der Sonne beim Untergehen zusehen. Ein Wein, vielleicht ein zweiter Wein, dann noch ein Film. Solche Tage, die aus „Nichts“ zu bestehen scheinen, die sind mir die liebsten Tage. Sie lösen sich auf, weil sie aus Lauge gemacht sind. Tage, als wären sie von einem kleinen Mädchen als Seifenblase in die Luft gepustet worden. Für einen Moment schweben und glänzen sie vor der Sonne, um dann doch zu platzen. So ist das eben mit diesen Tagen. Alles scheint erfüllt zu sein von Wärme, von Gesten, von Magie, denn wie anders sollte ich mir das Gebüsch gegenüber unseres Hauses erklären, das nun schon seit einer halben Stunde unaufhörlich spricht, mit einer sanften Jungenstimme, die nicht laut und nicht leiser wird und die uns von Feinden erzählt und von einem Christian, der aufpassen müsse, von einem Angriff, der bald erfolgen werde. Ich stehe und lausche und lächle.

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