11. Januar 2011, Sinnlos, Eine Reise in den 11. Januar 2011, 5.52 Uhr

Das wird ein Text des Sinnlosen, ein reines und absolutes Gleiten über die Buchstaben, ein sie antippen, aufnehmen und hier anbringen, nichts, was wirklich von Belang wäre, das Schweigen ist unterbrochen, abgebrochen, nix, hier wird nimmer geschwiegen, kommt mit mir, wir schwänzeln ein wenig durch den Schulholf des Lebens, wir durcheilen die Pathologie, hier ist alles möglich, hier ist alles unmöglich, das ist das simulierte Leben, wir schlüpfen in Häute, reißt die Türen auf, dann starten wir zu einer Tour der großen Krankheiten, immer mir nach, du da, reich mir mal die Flasche rüber, wie, das ist keine Flasche, willst du mir etwa erzählen, dich gäbe es gar nicht, nicht weiter schlimm, es gibt uns also nicht, wir sind Grabhügel, Wächter, wir führen einen Imbiss in der großen Stadt, aber jetzt sitzen wir in diesem Drachenauto, es speit Feuer und wir rasen in die Nacht voran, immer weiter, alle sind sie da, die Seraphe, das Sternchen, die Blutgräfin, der verrückte A23H, die halbe Menschheit hockt im Kofferraum, das ist ein Drogentrip, das ist die Wahrheit, wir schlüpfen endlich wieder in andere Häute, hängen mit aufgequollenen Augen mit dem Hals im Strick, baumeln wild im starken Abendwind, wir tragen eine Glock, marschieren los, willenlose Killermaschinen, das ist ein Text des Sinnlosen, die Finger gleiten über die Buchstaben, die Finger drücken sich aus, Breton hätte da nicht seinen Spaß, Dogmatiker können wir hier nicht gebrauchen, die bekommen einen Apfel auf den Kopf, dann das alte Wilhelm-Tell-Spiel, Peng!, du bist tot, steh auf und folge uns, spring in den Wagen, wir nehmen keine Anhalter mit, dort stehen ein paar Strichmännchen, nimm die doch wenigstens, klar, also, rein mit euch, Jungs, schreit nicht so laut, was, wir haben einen eurer reichen Schwulis im Kofferraum, Mann, sind das Jungs, die haben ihn umgelegt und nun machen sie mit der Leiche einen Ausflug, spür das Auto, spür die Kraft der Geschwindigkeit, wir fressen Asphalt, wir werden einen eigenständigen Staat errichten, da werden Feuer brennen und alles wird in einem Fluss aus Blut untergehen, denn wo Menschen sind, da gab es noch nie Fortschritt, geh in die Stadt, spür dem Blut nach, es wird gerochen, es riecht dich, ach, habe ich schon gesagt, dies ist ein Text des Sinnlosen, das Schweigen ist unterbrochen, für immer, für den Moment, wir fahren durch eine Wüste, Speed, da draußen ist alles voller Speed, wir werden Sklaven der Liebe, die Zunge ist trocken, so verdammt trocken, bringt uns Wasser oder einen Wodka, zurück aus Absurdistan, zurück aus den lächelnden Gesichtern in die deutsche Kälte, wer will so etwas schon, ich nicht, wir rasen durch die Nacht dem Tag entgegen, sie hocken alle neben mir, Tom Torn und Louis Gordon, wir schreien uns die Lungen frei, Freiheit, und schon landen wir nächsten Straßengraben, feiern ein Fest der verrenkten Körper, die Säfte laufen, das ist der Sex der Moderne, aber schon im nächsten Augenblick sind wir zurück, Leute, hat euch das gefallen, dabei war das nur die Reise in den 11. Januar 2011, mal sehen, wo wir morgen unsere Runden drehen, Hauptsache, ihr seid da, seid dabei, wenn meine Finger sinnlos über die Buchstaben rasen, zwei Wagen, die jetzt kollidieren!

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