11. November 2010, Titten, Waffen, Lügen, 5.35 Uhr

Die Welt besteht einzig nur aus Kunstfiguren, die Welt ist eine offene Bühne, frei nach Meister Shakespeare sind alle Menschen Spieler, sie treten auf, sie treten ab, der Rohm ist eine Kunstfigur, die über die Kunstfigur Bush schreibt, der ein Buch über sich und seine Jahre als Oberautor der USA schreibt, der Kachelmann ist eine Spielfigur, der gegen Bild klagt, dann dort seine Befindlichkeiten ausschwitzt, eine ehemalige Geliebte des Wettermannes hat einen Vertrag mit einer Illustrierten, die Reporter springen an die Autos, die das Gericht verlassen heran, sie zimmern eine Story und schreiben sich eine literarische Figur herbei, die Madame schreibt über mich, dabei ist sie auch nur ein Flirren im Wüstenwind, ich schreibe über die Madame, die noch nicht einmal Madame heißt, denn schon das ist eine literarische Mogelpackung, ich sitze vor meinem Bildschirm, betreibe Seitenhopping, ich springe von Magazin zu Magazin, die Welt besteht aus Singles und zerfetzten Beinen, die Welt ist ein Markt, auf dem Titten, Waffen und vor allem Lügen angeboten werden, denn die Lügen laufen immer wieder gut, auch die intimen Bekenntnisse, kommen Sie heran, meine Damen und Herren, kaufen Sie ein STÖHNEN des unseligen Autors Rohm, tatsächlich, ich fühle mich ein Stück weit leerer, denn dieses Stöhnen fehlt mir wohl fortan in meinem Repertoire diverser Atemgeräusche, Sie könnten auch bei uns einziehen, BIG BROTHER, ja, die ganz neue Show, verleben Sie 40 Tage und Nächte mit dem Rohm, der Seraphe und dem Sternchen, alle 14 Tage sind dann noch 3 Kinder mehr dort, sitzen Sie neben ihm, wenn er Sie live verfälscht, wenn er aus Ihnen eine Kunstfigur macht, denn die Welt besteht aus solchen Kunstfiguren, aus keinen anderen Figuren, wenn wir aufstehen, dann streifen wir unsere Masken über, wir spielen, wir treten auf die Bühne hinaus, spielen Stücke wie HUNGER, ARBEIT, EIFERSUCHT, MÜDIGKEIT, LANGEWEILE, wir schreiben sie, wir führen sie auf, wir schreiben sie während der Aufführung, der Vorhang, der letzte Vorhang wird sich irgendwann senken, dann wird es dunkel, aber nicht im Zuschauersaal, denn dort spielen sie das Stück weiter und weiter, es wird erst enden, wenn alle Schauspieler aufgebraucht sind, auch an diesem STÜCK namens ENDZEIT wird gearbeitet, wir kommen ihm näher, das wird schon, denn wir sind allesamt prächtige Spieler.

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