21. Juli 2010, Mysterien des Alltags, 5.34 Uhr

Zigarette, Kaffee.
Während ich hier sitze, schniefend, weil mich mein Heuschnupfen wieder einmal zu Nasenputzkonzerten anregt, schläft Seraphe noch. Ich mache einen langen Hals, sehe mir den schlammfarbigen Kaffee an und wundere mich darüber, warum er schon wieder abgekühlt ist, obwohl ich ihn mir doch gerade erst aus der Kanne in die Tasse goss. Mysterien des Alltags, die nur mir etwas bedeuten, über die man wenige Sekunden nachdenkt, um sich dann wieder dem Schreiben zuzuwenden.
Sagte ich Seraphe schläft?
Der Text hat sich überholt. Sie ist eben auch aufgestanden, in der Hand einen Roman; sie drückt mir einen Kuss auf die Lippen, schlurft in die Küche, um sich dort einen Cappuccino zu bereiten.
„Warum bist du denn schon wach?“, frage ich.
„Ich kann einfach nicht schlafen.“
Vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht werden wir aber auch erst wieder mehr Entspannung finden, wenn wir uns eine Auszeit gegönnt haben. Noch einige Tage, vielleicht eine Woche, ich weiß es gar nicht so genau, dann werde ich die Pathologie für acht Tage verrammeln und verschließen, dann werden wir uns einfach mal Ferien gönnen, Seraphe, Sternchen (so soll Kind 4 fortan heißen) und ich.

Wir versuchten es gestern Abend mit einem Film, der uns langweilte, ein unsinniges Melodram mit John Malkovich, Engel im Winter, ich glaube so hieß er, aber es war Zeitverschwendung, ihn sich anzusehen. Also setzten wir uns noch auf den Balkon, Bücherbewaffnet, Seraphe mit einem Roman …, einen kleinen Moment, ich muss sie danach fragen, … von Jo Nesbo, ich mit dem neuen Roman von Paul Auster, den ich besprechen will.

Heute stehen noch ein paar kleinere Texte auf dem Programm, aber jetzt werde ich eine Zigarette rauchen und dann …

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