11. Juli 2010, König Alkohol, 8.41 Uhr

Kaffee, Zigarette, vor allem Kaffee, denn ohne den würde es gar nicht gehen. Wir waren feiern. Ich trank diverse Getränke, die für meinen jetzigen Zustand verantwortlich zeichnen. Zugegeben, ein wenig war ich auch daran beteiligt.
Die Feier fand abgelegen, im Vereinsheim eines Fußballvereins, statt. Das passte.
Es war alles vorbereitet. Niemand der Gäste sollte das Spiel der deutschen Mannschaft verpassen, nur Seraphe und ich verpassten es bewusst, weil wir uns den hitzigen Höllenfeuern des Innenraums nicht aussetzen wollten.
Viel lieber saßen wir einige Meter entfernt auf einer Schaukel, gaben uns den Getränken und einem leichten und flüchtigen Schatten hin.
Später gab es Pute vom Grill. Das Geburtstagskind hatte Grillmeister engagiert, ja, und man muss es einfach so sagen, die Männer verstanden ihr Handwerk.
Und noch ein wenig später marschierte ein Cocktailspezialist ein, der uns auf die unebenen Pfade des trunkenen Bewusstseinszustands begleiten sollte. In meinem Fall gelang ihm dies auch.
Noch viel später, wir waren inzwischen wieder auf die Burg zurück gekehrt, versuchte ich …

Irgendwie gelang es mir tatsächlich. Ich schlief ein, und nun sitze ich bereits wieder in der Hitze des Morgens, verfeindet mit der Welt, weil ich gar nicht zu ihr durchdringen kann, weil ich tatsächlich von Kopfschmerzen gepeinigt werde, die mein Denken vernebeln, sich in meine Worte schleichen wollen.

Ich bin immer wieder erstaunt, bin mir aber auch – fast – sicher, es dient nur der Legendenbildung, der besseren Ausbeute des Mythos, wenn man von Autoren hört/liest, die sich professionell dem Suff widmen. Wie soll das angehen, denke ich, saufen und dann noch ein Werk hinterlassen? Das kann doch überhaupt nicht funktionieren. In meinem Fall würde es nicht funktionieren. Im Gegenteil. Ich muss immer ausgeschlafen, fit, gesundheitlich im Bestzustand sein, um in der Literatur etwas leisten zu können; von den persönlichen Verbindlichkeiten will ich hier einmal ganz absehen.

Aber man liest es wieder und wieder, König Alkohol hat die Leben von Schriftstellern beherrscht, bis sie sich ihm endlich geschlagen geben mussten. Ein interessanter Stoff. Auf jeden Fall.

Kaffee, Zigarette, ich werde meinen Kater pflegen, komm her, Kleiner, lass dich streicheln, und dann später werde ich noch etwas schreiben, vielleicht, und dann …

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