9. Juli 2010, Die Stadt der Toten, 5.40 Uhr

Kaffee, Zigarette.
Die Lider ließen sich schwer heben, der alte Zombiezustand – wohlbekannt – rädert meinen Körper. Eine Zigarette mit zusammengekniffenen Augen auf dem Balkon geraucht, dann im Halbschlaf nach dem Kaffee gegriffen.
Mails abrufen. Eine von Gustav. „Die innere Sicherheit“ ist bei Textem online gegangen. Habe sie nun auch in die Pathologie geschleift und eingestellt.

Träumte in der letzten Nacht, nicht ohne Faszination, von einer Stadt der Toten, nicht irgendeiner Stadt, sondern DER Stadt, weil sich die Trümmer dieser ehemaligen Großstadt bis zum Horizont erstreckten. Alles war zerstört. Ich ging an der Hand eines kleinen Jungen durch die Straßen, wir sahen uns um. Alles voller Asche, denn hier war eine Politik der verbrannten Erde praktiziert worden. Skelette, wohin man auch sah. Die Toten, verharrt in einem letzten Augenblick ihres Tuns. Das Ganze könnte mich beunruhigen, aber ehrlich gesagt, für den Autor, war es mehr als ein interessanter Betriebsausflug. Mal sehen, was sich daraus machen lässt, oder eben nicht.

Der Film über die Männer, die auf Ziegen starren, war nett und verrückt zugleich, ein Film über das Übersinnliche, den Glauben daran, ja, vor allem war es ein Film über den Glauben.

Ich trinke meinen Kaffee, halte inne, die Geräusche der Straße klettern in die Wohnung, eine Mischung aus Vogellärm (oder Vogelgesang), Autos, die sich zur Arbeit quälen (oder von dort kommen), ein aufheulendes Motorrad. Die morgendliche Symphonie wird aufgeführt.
Rasch noch eine Zigarette und dann …

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