Literatur als Religion

Die Literatur ist eine Religion. Die verschiedenen Schulen entsprechen den Glaubensrichtungen. Der Postmodernist ist der Atheist. Er kann – wie es allen Atheisten eigen ist – nicht ohne die Religion leben, aber auch nicht mit ihr. Also greift er sie mit dem Leben selbst an, durchdringt sie damit, um so eine neue Glaubensschule zu errichten. Der Postmodernist ist zum Gläubigen geworden.

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2 Antworten zu Literatur als Religion

  1. Melusine Barby schreibt:

    Das Raunen der Jünger, die sparsamen Gesten des Einverständnisses, kurzes Nicken der Gläubigen, wenn d e r Name genannt wird, die Gottesdienste in heruntergekommenen Altbauwohnungen zwischen orientalischen Kissen, die Herablassung gegenüber allen anderen Sektierern. Denn eines ist klar: bei den gläubig gewordenen Postmodernisten handelt es sich um Freikirchler. Daher ist Ihr Heilgenbildchen schön, aber nicht ganz treffend. Passender wäre eine Patchworkdecke mit Votivbildchen aus Guatemala. Oder selbstgeflochtene Sorgenpüppchen. Finde ich.

  2. guidorohm schreibt:

    Mit der Patchworkdecke könnte ich mich anfreunden, zumal ich mich mit nichts anderem bedecke.

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