16. Juni 2010, Blutrot, 5.35 Uhr

Morgenkaffee. Zigarette ist geraucht.
Ich verzog mich am gestrigen Abend rasch ins Bett. „Blutrot“, so der Titel von Jack Ketchums Roman, den ich gerade lese. Vorher versuchten Seraphe und ich uns an einem Film von Bertrand Tavernier. In the Electric Mist. In der Hauptrolle, der von mir so geschätzte Tommy Lee Jones, aber auch der konnte diese miese Adaption eines Burke-Krimis nicht mehr retten. Szene an Szene. Keine Atmosphäre, und das bei den ganzen Moskitos, die beim bloßen Ansehen um einen herum hätten schwirren müssen. Aber weil wir endlich ein Einsehen mit uns hatten, ließen wir die Fernbedienung sprechen. Aus. Ich schnappte mir den Ketchum-Roman. Hervorragend. Großartig. Ein verfluchtes Gummigeschoss. Trifft Hirn und Magen.
Wir sind heute Abend bei Leszek Skurski zum Essen eingeladen.
Schrieb Fichtinger an, unter anderem, um zu erfahren, wann die Stories kommen. Keine Antwort. Bin gespannt, wann ich etwas von ihm höre.
Seraphe und Kind 4 schlafen noch.
Der Ketchum spukt mir noch im Kopf rum. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut die amerikanische Fast-Food-Literatur funktioniert, und wie sehr wir in Deutschland noch den Manierismen hinter her rennen. Wir arbeiten nicht für das Werk, sondern das Werk soll für uns und unseren Ruhm und eine eventuelle Unsterblichkeit einstehen. Schlechte Herangehensweise.

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