Luststeigerung

Ein Tritt in den Arsch. Ein gezielter Schlag unter das linke Auge. Toch sackt zusammen. Er übergibt sich. Und das direkt auf Raymonds Schuhe. Die Dinger sind neu. Waren teuer. Raymond war stolz darauf. Er sieht angewidert auf Toch runter.
„Du verfluchter Schwanzlutscher“, schreit er ihn an.
Raymond verpasst Toch einen Hieb mit der Baseballkeule. Tochs Kopf schnellt zur Seite. Er hat für einen kurzen Augenblick das Gefühl, ins Jenseits zu starren. Er sieht seinen Vater. Der alte Hurenbock hat zwei Weiber im Arm. Grinst ihn an. Winkt. Toch winkt zurück. Dann spuckt er die meisten seiner Zähne auf den Asphalt.
„Er hat gegrinst“, schreit Herb.
„Das Grinsen wird ihm schon noch vergehen“, zischt Raymond. Er beugt sich über Toch. „Besorg endlich das verdammte Geld!“
Toch nickt.
„Ja“, keucht Toch.
Toch bekommt innerlich einen Lachanfall. Was wissen die schon von ihm? Nichts! Er wird das Geld niemals besorgen. Er hat die Schulden gemacht, damit das alles hier mit ihm geschieht. Die Erniedrigungen. Das Blut. Das ist sein Sex. Aber das geht nur ihn etwas an. Die würden das nicht verstehen.
Toch würgt einen schleimigen Klumpen Blut hoch. In seinem Kopf dreht sich alles. Er hustet das Blut auf die Straße. Er sieht sich benebelt um. Eine verlassene Gegend am Arsch der Welt. Keine Hilfe zu erwarten. Gut so.
„Ihr verdammten Bastarde“, knurrt Toch. Er will sie reizen.
Raymond und Herb tanzen aufgeregt um ihn herum.
„Hast du gehört, was er gesagt hat?“, schreit Herb.
„Klar“, sagt Raymond.
„Und was machen wir jetzt mit ihm?“
„Toch, du kapierst es einfach nicht“, sagt Raymond.
Raymond nickt Herb zu. Dann holt er seinen Schwanz raus. Hält ihn Toch vor das Gesicht. Raymond pinkelt ihn an. Toch lässt es über sich ergehen. Wenn es drauf ankommt, ist er ein wohlerzogener Hund. Morgen muss er wieder eine ganze Büroetage leiten. Er wird sich für seine Leute eine Geschichte überlegen müssen. „Ich wurde schon wieder überfallen.“ Er verdrängt die Gedanken an die Arbeit. Diese Stunden hier gehören ganz und gar ihm. Es war ein langer Weg bis zu dieser Straße.
Alles in Ordnung, denkt er.
Toch genießt den Schauer. Er spürt seinen Schwanz. Er steht auf diese Scheiße. Nur deshalb hat er die Schulden bei diesen Freaks gemacht. Weil es immer noch billiger ist, als sich ständig in die strenge Obhut einer geldgeilen Domina zu begeben, die ihn eh nur ausnehmen will. Hier bekommt er seinen Kick billiger. Und härter. Sehr viel härter. Er muss nur aufpassen, dass er die Grenze nicht überschreitet. Er will seine Abreibung. Aber er will nicht sein Leben verlieren.
Toch hebt die Hand.
„Ich habe genug“, sagt er.
„Das bestimmen wir!“, dröhnt Raymond.
Raymond zieht seine Waffe. Hält sie Toch an die Stirn.
„Besser, wir legen dich gleich hier um“, sagt Raymond.
Toch spritzt bei dem Gedanken an seine eigene Exekution ab. Sein Schwanz erschlafft.
„Ich besorge das Geld“, flüstert Toch.
„Das hast du schon oft genug gesagt.“
„Wir könnten ihm ein paar Finger abschneiden“, sagt Herb.
„Nein, wir legen ihn um“, bellt Raymond.
Toch hat Angst. Nach dem Sex kommt die Ernüchterung. Und die hat ihn nun voll im Griff.
„Tu das nicht“, bettelt Toch.
Toch wird das Geld nicht besorgen. Er will diese verfluchten Schläge. Mehr nicht.
Raymond drückt ab. Toch sackt zur Seite.
„Der verfluchte Bastard hätte nie bezahlt“, sagt Raymond.
Herb nickt. Sie gehen zu ihrem Wagen. Sie fahren in die Innenstadt. Es ist eine sternenklare Nacht.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Miniaturen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.