8. Juni, Hirninjektionen, 16.12 Uhr

Zigarette. Kaffee. Jetzt die Pathologie.
Muss um 18.00 Uhr noch zum Arzt, um dort vier Spritzen gegen meine Verspannungen zu erhalten. Weil ich mich am gestrigen Abend am Will-Self-Roman (eindeutig) verhob, werde ich mir heute noch eine Shaft-Spritze gegen die nachwirkenden Schmerzen setzen. Das entspannt die Hirnmuskeln und fördert die Bewegung der Gedanken.
Erhielt gerade eine Mail von Verleger Seeling, dem ich eine Kurzgeschichte übersandt habe. Er wird sie lektorieren. Dann soll sie bei einem Wettbewerb ins Rennen.
Herbert sagte heute zu mir: „Deine Geschichten sind einfach zu schmutzig. Deshalb werden sie die nicht wollen.“
Kann sein.
Die Kantine im Literarischen Fundbüro ist immer noch geschlossen. Somit fand wieder einmal kein Treffen der Musketiere statt. Traf Faust. Wir sprachen, obwohl ich nicht mehr weiß, wie wir darauf kamen, über die verschiedenen Schreibwerkzeuge (Hammer und Meißel, Füller, Schreibmaschine, Computer) und ihre Auswirkungen auf den Stil. Kamen dabei auf Helene Hegemann. Hob nur die Schultern. Habe ihren Roman – bis auf die erste Seite, die ich im Stehen in einer Buchhandlung studierte und die mich äußerst kalt ließ – nicht gelesen. Werde ich wohl auch nicht. Warum sollte ich es tun? Nur, weil das Geschrei darum groß genug war? Und die „Diebstähle“ (in welchem Umfang auch immer) sprachen auch nicht gerade für das Mädel.

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