8. Juni 2010, Bald Sonne, bald Regen, 19.01 Uhr

Diese Wetterwechsel sind ganz nach meinem Geschmack. Als Extremist der alten Schule ist mir nichts so sehr ein Gräuel wie die Gleichmäßigkeit, die man auch immer mit dem Mittelmaß in Verbindung bringen kann. Es ist dort lauwarm, alles spielt sich in der Mitte ab, um jeder Seite freundlich ins Gesicht lachen zu können.
Seraphe und ich sind vom Arzt zurück. Machten noch einen Abstecher in die Videothek. Zwei Filme: „Klass“ und „Cass“. Na, wenn das nicht passt.
Noch eine kleine Anmerkung zur WM, die mir eigentlich am Arsch vorbei geht. Die Spiele sind getippt und die Wetten laufen. Vielleicht kommt ein bisschen Geld dabei rum.
Werde heute nichts mehr schreiben. Fühle mich zu erschöpft, und um mich voll und ganz meinem literarischen Personal zu überlassen, muss ich ausgeruht sein.
Das Kind sieht sich die „Simpsons“ an. Vielleicht gucken wir danach noch ein wenig „Kulturzeit“. Vielleicht aber auch nicht. Die Sendung würde nur wieder meinen Hass auf die oberflächliche Geschwätzigkeit schüren, die sich unter den scheinbaren Wortbonmots versteckt. Viel elitäre Luft, die mit dem Leben der meisten Menschen wenig zu tun hat. Man kapselt sich ab, befindet sich in einer Umlaufbahn um das Selbst. Scheiße. Nicht mein Ding. Ein guter Film, ein gutes Buch, muss immer eine Kriegserklärung sein. Gegen alle. Ich will mich angegriffen fühlen. Verwirrt.
Könnte aber auch sein, dass ich morgen das Gegenteil behaupte. So ist das mit Extremisten eben.

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