7. Juni 2010, Sich Gedanken erlaufen, 16.35 Uhr

Zurück vom Literarischen Fundbüro. Sie sollten unbedingt mal dort vorbei kommen. Kafkaeske Gänge, die sich tief in die Erde graben, gleichsam wie Würmer auf der Flucht. Und zu allem Unglück war heute auch noch die Kantine geschlossen.
Ich lief nach Hause, den Blick zu Boden gesenkt, darin vertieft, was ich heute noch schreiben könnte und müsste. Die großen Spaziergänger Nietzsche und Bernhard kamen mir in den Sinn. Zumal Nietzsche eine Art Urpersonal der Pathologie darstellt. Bernhard mit seinen Schimpftiraden natürlich auch.
Heute erreichte mich eine Mail von litblogs. Man werde sich die Seite genauer ansehen. Da kann ich nur schreiben: Herzlich Willkommen!
Dann noch eine Mail von Seeling. Die Lesung bei den „Open Books“ wird stattfinden. Es sollen am Samstag eventuell gleich mehrere Krimiautoren lesen. Außerdem wies er mich auf den Agatha-Christie-Preis 2011 hin.
Apropos Krimi. Unterhielt mich heute im Fundbüro mit meinem Kollegen Herbert, der gerade Thompsons großartigen Roman „The Getaway“ liest. Weitaus bösartiger und anarchischer wie der Film.
Und noch einmal Krimi: Am Samstag entdeckten wir in der hiesigen Thalia-Buchhandlung Stefan Kiesbyes „Nebenan ein Mädchen“. Verleger Seeling brachte es raus, machte es groß, während es Heyne nun in die Buchhandlungen scheißen darf. Tja, Geld regiert den Literaturmarkt.
Werde jetzt erst mal essen. Chinesisch. Danach eine Zigarette. Ein Kaffee. Und dann werde ich noch eine Kurzgeschichte schreiben.

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